+ + + Willkommen auf Terraristikwelt.com aus Ulm + + + Infos rund ums Thema Tiere, Haltung, Technik, Terrarien und Nachzuchten + + +  
 

Bartagamen
Pogona vitticeps

VorwortBartagamen
Die populären Echsen haben ein fesselndes Aussehen und zeigen ein interessantes Verhalten. Sie sind gut zu halten und werden leicht zahm. Allerdings benötigt die Art aufgrund ihrer Größe ein relativ großes Terrarium. Da die Tiere Sonnenanbeter sind, kann auf starke Wärmestrahler und UV-Licht nicht verzichtet werden!

Verbreitungsgebiet
Östliches Australien, in trockenen Halbwüsten

Terrarium
Laut den "Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien" sollte das Terrarium für ein adultes Paar 150x120x90 groß sein.
Wir halten unsere Tiere in einem 180x80x80 Terrarium. Bei dieser Art gilt: Je größer, desto besser!
Im Terrarium sollten keinesfalls zwei Männchen leben, da es dann zu Revierkämpfen kommt.

Temperatur
An den Sonnenplätzen sollte die Temperatur unter Strahlern bei 45°-50°C liegen. Es ist darauf zu achten, dass ein Temperaturgefälle im Terrarium entsteht. An der kühlsten Stelle sollte die Temperatur bei ca. 26°C liegen. Nachts sollte eine Temperaturabsenkung auf 20°-22°C stattfinden.

Luftfeuchtigkeit
Da die Tiere aus trockenen Regionen stammen, sollte die Luftfeuchtigkeit bei 40-60% liegen.
Es ist keine Beregnungsanlage notwendig, alle zwei Tage mit einem Pumpsprüher sprühen reicht aus.

TerrariumBeleuchtung
Die Tiere benötigen sehr viel Licht, eine
UV-Lichtquelle ist lebensnotwendig! Wir haben in unserem 180x80x80 Terrarium eine ZooMed PowerSun 160 Watt, zwei Reflektorstrahler
60 Watt und zwei Tageslichtröhren à 36 Watt installiert.

Ernährung
Insekten (Grillen, Heimchen, Heuschrecken), Salate, Löwenzahn, Blüten, Gemüse, Früchte.
Jungtiere benötigen 70% tierische Nahrung und 30% pflanzliche Nahrung, bei adulten Tieren ist es umgekehrt. Bei zuviel tierischer Nahrung neigen die Tiere zu Verfettung und Trägheit. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen. Das Trinkwasser sollte täglich gegen neues ersetzt werden.


Geschlechtsunterscheidung
Männchen haben größere Femoral- und Präanaporen und eine dickere Schwanzwurzel. Während der Paarungszeit verfärbt sich der Bart des Männchens tief schwarz. Weibchen haben oft einen schlankeren Kopf. Die Tier sollten paarweise oder ein Männchen mit mehreren Weibchen gehalten werden.

Winterruhe
Eine Winterruhe von 6-8 Wochen bei ca. 20°C wirkt sich positiv auf Gesundheit und Paarungsverhalten aus. Um die Winterruhe einzuleiten wird Licht und Wärme täglich etwas reduziert. Während dieser Zeit vergraben sich die Tiere oft. Genauso werden Licht Wärme wieder gesteigert, um die Winterruhe zu beenden. Während der Winterruhe wird den Tieren nur frisches Wasser zur Verfügung gestellt und nicht gefüttert.

FortpflanzungMännchen
Das Männchen hat einen schwarzen Bart, nickt mit dem Kopf und jagt das Weibchen. Das Weibchen zeigt sich paarungs-bereit und unterwürfig, indem es winkt und "Liegestützen" macht. Während der Paarung beißt das Männchen dem Weibchen in den Nacken, um es zu fixieren.

Eiablage
Ein befruchtetes Weibchen wird bei guter Fütterung nach ca. 4 Wochen füllig und zeigt Beulen auf der Bauchseite. Während der Trächtigkeit sollte das Weibchen gut gefüttert werden und es sollte Kalk (Sepia) zur Verfügung stehen, das für die Bildung der Eierschalen benötigt wird. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass das Weibchen während dieser Zeit vom Männchen nicht zu sehr bedrängt und gestresst wird. Das Weibchen beginnt einige Tage vor der Eiablage damit, an verschiedenen Stellen Probegrabungen zu machen.
Für die Eiablage muss ein Platz mit mind. 15cm tiefem feuchtem Substrat zur Verfügung stehen, an dem das Weibchen nach ca. 30-45 Tagen die Eier vergraben kann.

InkubationGelege
Die Eier müssen nach der Eiablage relativ schnell in feuchtem Substrat in einem Inkubator bebrütet werden.
Die ca. 10cm langen Jungtiere schlüpfen bei einer Temperatur von 28°-32°C nach ca. 50-70 Tagen.
Bei einer Inkubationstemperatur von unter 29°C ist die Wahrscheinlichkeit für mehr weibliche Nachkommen größer.

Aufzucht
In den ersten Monaten sollten in einem 100x50x50 max. 10 Jungtiere gehalten werden. Bei Überbesetzung kann es schnell dazu führen, dass sich die Jungtiere gegenseitig die Schwänze und Zehen anbeißen. In den ersten Wochen müssen mehrmals täglich kleine Futtertiere gefüttert werden. Grünfutter sollte immer zur Verfügung stehen. Außerdem müssen die Jungtiere mit Mineralstoffen, Vitaminpräparaten und UV-Licht versorgt werden. Das Terrarium der Jungtiere sollte ähnlich aufgebaut sein wie das Terrarium der alten Tiere - mit Sonnen- und Versteckplätzen, allerdings sollte es wenig Versteckmöglichkeiten für Futtertiere geben, um den Jungtieren das Jagen zu erleichtern. Da Bartagamen sehr früh dominantes Verhalten entwickeln können, muss auf eventuell unterdrückte Tiere innerhalb einer Gruppe genau geachtet werden. Schwächere, kleinere Tiere werden von dominanten Tieren getrennt. Gesunde Jungtiere wachsen sehr schnell und häuten sich dementsprechend oft. Es muss dringend darauf geachtet werden, dass keine Häutungsreste an Zehen und Schwanz zurückbleiben. Spätestens dann, wenn männliche Tiere ihr Territorialverhalten zeigen, sollten sie voneinander getrennt werden! Ebenso sollten Tiere aus dem selben Wurf spätestens zu Beginn der Geschlechtsreife getrennt werden, um Inzucht zu vermeiden!